Beiträge von Karl-Heinz Koob

    Hallo Christian,


    nach Deinen Kommentaren zu meinem Harpagornis-Viator mit Kleidchen habe ich mich eben mal in Ruhe mit Deinen Arbeiten vertraut gemacht.


    Hut ab, kann ich nach dem Stöbern auf Deiner Internetseite und auch hier im Forum nur sagen. Beispielsweise die Kamerataschen, aber jetzt speziell hier die filigrane Anfertigung eines Uhrenarmbandes nötigen mir großen Respekt ab. Ich investiere auch extrem "ins Leder", aber ich hätte nicht die Courage, solche feinen Sachen zu machen. Vielleicht liegt es auch ein wenig daran, dass ich bei meiner Uhr ein Edelstahlband vorziehe, denn bei meinen Wandertouren komme ich Sommer wie Winter mächtig "ins Dampfen" - der Verbrauch an Lederbändern wäre hoch ;)


    Cordovan-Leder hatte ich auch schon mal in Erwägung gezogen. Aber die relativ geringe Dicke und die Stempel auf der Narbenseite hielten mich letztlich zurück.


    Viele Grüße und weiterhin ein gutes Gelingen


    Karl-Heinz

    Hallo Christian,


    danke für Deine sehr positiven Anmerkungen.


    Ja, das Leder ist etwas ganz besonderes. Leider war es nun das allerletzte Stück, das ich aus einem Zufallserwerb noch hatte. 1946 hatte ein Gerber im Schwarzwald seine Gerbgruben mit frischen Häuten gefüllt. Danach ist er dem Vernehmen nach bald verstorben. Die Gruben gerieten über die Jahrzehnte in Vergessenheit, bis eine Straße gebaut/erweitert werden sollte und auf einmal die Gruben gefunden wurden. Die obersten Lagen waren mürbe, aber ganz unten lag ähnlich wie bei Mooreiche dieses einzigartige Material. Eine andere Gerberei in Süddeutschland hatte alles übernommen und leider, leider, leider das meiste davon bereits zu Schuhsohlen gestanzt. Liebend gerne wäre ich vor fünf Jahren mit einem vollgeladenen Auto heimgefahren. Mir blieb nur noch ein kleiner Rest.


    Das Einpassen des Griffmaterials in meine Bügel-Rahmen-Integralgriffe mache ich überwiegend von Hand. Zwar schleife ich die Konusfläche an jeder Einlage mit dem Bandschleifer annähernd vor, aber das allmähliche Absenken und präzise Anpassen an den Stahl geschieht sehr behutsam von Hand unter Zuhilfenahme von Stempelfarbe und Feilen. Natürlich könnte man Messer dieser Art mit der heutigen Technik auch in CNC-Serienfertigung realisieren und hätte ggf. auch gleich das Griffmaterial passgenau danebenliegen. Aber es wäre dann eben nur wie ein Fotoabzug und nicht wie ein Gemälde....


    Ebenfalls viele Grüße, und ein besinnliches Weihnachtsfest


    Karl-Heinz

    Mein eigenes Harpagornis-Viator Kal. 215-115S ist im Einsatz bei meinen Wanderungen und macht sehr viel Spaß.


    Die Köcherscheide habe ich erstmals mit einer (gebrauchsmustergeschützten) Gürtelschlaufe, die von Hand für senkrechte oder schräge Trageweise verstellbar ist, versehen.

    Liebe Messerfreunde,

    2013 habe ich dieses große Bügel-Rahmen-Integral AQUILA auf Kundenwunsch begonnen. Es war lange Zeit unterwegs zum Gravieren bei Alain Lovenberg in Belgien, wurde zwischendurch wärmebehandelt und erhielt anschließend noch die Goldeinlagen.


    Die Fertigstellung erfolgte Anfang 2017.


    Ein Prachtstück in CPM 420V, das mit dieser Gravur in diesem Stahl ein absolutes Einzelstück bleiben wird.


    Voraussichtlich habe ich das Messer in Solingen für einige Zeit auf meinem Tisch.


    Ich wünsche viel Spaß beim Betrachten!

    Wim, Gratulation zu diesem sehr beeindruckenden und schönen Klappmesser.
    Gut, dass es Heinz Kocher gibt, da kann ich getrost bei meinen Integralmessern bleiben und muss meine Klappmessermacherei nach beinahe 30 Jahren nicht neu beleben!

    Liebe Messerfreunde,


    zunächst danke für die positiven Kritiken :)


    Carbon hat sicher seine guten Eigenschaften. Aber die Bearbeitung und der dabei erforderliche Schutz vor Staub etc. ermuntern nicht zum schnellen Wiederholen. So bin ich zurzeit froh, dass das Einpassen gelungen ist und keine vorstehenden Kanten mehr vorhanden sind. > Foto


    Auch ich favorisiere natürliche Griffmaterialien und freue mich zurzeit auf mein eigenes Harpagornis-Viator, das ich mit Mammut-Oberflächen-Elfenbein in der Optik wie bestes Sambar-Hirschhorn bestücken möchte. Ich werde es in einigen Monaten hier vorstellen. Sonst bin ich ein ausgesprochener Fan von exzellentem Wüsteneisenholz. Dieses Holz hat mich noch nie enttäuscht und es wirkt immer gut.


    Rolf fragte nach dem Wollnashorn-Beinknochen. Damit hat Freund Wim hier im Forum bereits ein Messer von mir vorgestellt: (http://www.messer-leder-sammle…esser-von-karl-heinz-koob). Ein tolles Material, von dem man leider nur selten mal ein schön gezeichnetes Stück ergattern kann.

    Heute habe ich nach zwischenzeitlich erfolgter Wärmebehandlung die nächste Etappe bei diesem großen Freiaktivmodell gestartet:


    Der künftige Besitzer wünschte sich Carbon und so habe ich sehr vorsichtig mit Absaugung und Atemmaske die beiden Griffschalen mit Konus vorprofiliert. Die nächsten Schritte sind das behutsame Aufrauhen der Griffbügelinnenflächen mit Diamantfeilen, das penible Einpassen und dabei Absenken der Griffschalen und das Vergießen mit hochfestem Epoxidharz. Richtig freuen kann ich mich schon jetzt auf das daran anschließende Überarbeiten und Finishen nach vorherigem Laminieren der Carbon-Oberflächen. Dieses Laminieren mit einem speziellen Epoxidharz spendiere ich jedem Griffmaterial, egal ob Holz, Bein, Horn, fossile Materialien, Micarta und ganz besonders bei Carbon, weil ich keine offenen Poren bzw. Lunkerstellen mag.


    Mein eigenes Harpagornis-Viator Kal. 215-115 S ist nunmehr fast fertig: Es ist einsatzfähig in seiner Köcherscheide mit neuartiger weil verstellbarer Gürtelschlaufe, die von Hand für senkrechte oder schräge Trageweise verstellt werden kann. Nur hier und da sind noch gaaanz feine Angleichungen des Mammut-Rindenelfenbeins sowie das sorgfältige Verrunden der seitlichen Kanten in den Fingermulden zu erledigen.


    Das Messer trage ich nun tatsächlich bei meinen Wanderungen und es macht einfach sehr viel Freude!

    Hallo liebe Messerfreunde,


    es freut mich sehr, all diese positiven "Kritiken" zu lesen. Dankeschön dafür!
    Aber ich melde mich an dieser Stelle, um eine weitere Funktion der unteren Öffnung an meinen Lederscheiden zu erläutern. Trägt man Messer am Gürtel, sammelt die Scheide in aller Regel im Laufe der Zeit jede Menge Staub. Den kann man natürlich mit einem Staubsauger entfernen. Aber es geht bei meinen Scheiden auch einfacher, indem man mit Daumen und Zeigefinger einen "Adapter" bildet und den Staub von unten kurzerhand hinausbläst.


    Herzliche Grüße aus Wetzlar
    Karl-Heinz

    Hallo Ralf,
    zunächst bei dieser Gelegenheit noch vielen Dank für die Aufnahme im Forum. Bisher habe ich ein eigenes aktives Mitwirken in einem Forum vermieden. Nun will ich gerne ab und an einen kleinen Beitrag einbringen.


    Diesen CPM420V finde ich als echten Gebrauchsmesserstahl absolut okay. Ich selbst schätze primär die sehr hohe Resistenz gegen Kratzer etc. noch vor der extremen Schnitthaltigkeit. Aber gerade die Kratzerunempfindlichkeit bedeutet im Umkehrschluss ja leider auch, dass schon das Vorfinishen im noch ungehärteten Zustand eine ungemütliche Angelegenheit ist.


    Weil das so ist und auch das Handfinishen einigermaßen Spaß machen soll, präferiere ich für größere Messer Elmax-SuperClean. Der ist auch sehr gut, aber wesentlich kommoder zu bearbeiten. Für Messer, die eigentlich nur für die Vitrine gedacht sind, sollte man diesen Elmax nehmen.


    Wer das Messer tatsächlich hart und oft benutzen möchte, ist mit CPM420V sicher gut beraten. Meinen neuer Wanderbegleiter Harpagornis-Viator, der demnächst im dritten Anlauf endlich für mich entstehen soll, werde ich daraus machen.


    Dem bereits in den1980er Jahren von Richard Hehn und auch mir verwendeten verwendeten CPM T 440 V trauere ich ganz klar nach. Das war und ist in meinen Augen der ideale korrossionsbeständige Messerstahl: Gerade noch einigermaßen gut zu bearbeiten und auch zu finishen und zugleich sehr resistent gegen Kratzer und Stumpfwerden.


    Als ich vor 14 oder 15 Jahren zum erstenmal das hier im Forum von Wim vorgestellte Amurfalk Voll-Integral mit Oberflächen-Hirschhorn aus CPM420V machte, wollte ich zunächst auch verzweifeln. Man muss im wahrsten Wortsinne die Zähne zusammenbeißen und weiß am Abend definitiv, welchen Stahl man in der Mache hatte. So war es vorgestern auch wieder beim hier gezeigten WIP-Exemplar. Man freut sich richtig auf Elmax oder RWL :)


    Gruß Karl-Heinz

    Meinen "Einstand" im Forum möchte ich mit einem WIP-Foto machen. Das gezeigte Messer ist mein Modell Harpyie Kal. 295 als Bügel-Rahmen-Integral in CPM 420V, so wie es demnächst zum Härten geht. Das Verrunden des Griffbereiches mache ich meistens erst nach dem Härten.


    Ich werde die weiteren Arbeitsschritte ebenfalls zeigen.