Beiträge von Rainer Blaha - Blaupfeil

    Hallo Gentlemen,
    Sorry für die wahrlich späte Fortsetzung des Fadens, aber Beruf und Umstände haben mir einfach keine Zeit gelassen. In den letzten Wochen konnte ich das Projekt aber weiterführen :)


    Zuerstmusste der Backlock Mechanismus so eingestellt werden, dass offen, wie geschlossen keine Überstände existieren. Alles anpassen und das Teil zigfach zerlegen, wieder zusammen bauen, prüfen, etc.
    Schlussendlich hat alles gepasst und ich konnte die Mechanik und Klinge härten.





    Dann ging es an die Griffschalen und Achse, sowie Feinarbeit an den Linern





    Schlussendlich das Logo auf die Achse gesetzt (würde mir bei diesem Design nicht gefallen auf der Klinge).



    Dann habe ich noch eine Verdrehsicherung mittels Pin realisiert



    Und jetzt ist der kleine Racker soweit fertig.



    Sobald ich ordentliche Fotos gemacht habe, stelle ich den AVENTURIER nochmals richtig vor.
    Beste Grüße,
    Rainer

    Hallo Mario,
    Du zeigst hier tatsächlich feine Handarbeit in ihrer puren Form. Damit sind Deine Arbeiten auch auf eine besondere Weise einzigartig.
    Schönes Detail mit dem Feilenanschlag für das Ricasso, so was gefällt mir...
    Ich freue mich schon auf das fertige Messer!
    Bis die Tage,
    Rainer

    Hallo Ralf,
    Dieses feine kleine Messer gefällt mir immer wieder: auf der Suche nach der 'optimalen Form' pendle ich oft zwischen extremen Griff-formen und dann wieder ganz geradlinigen Modellen. Es sind meistens die einfacheren Formen, die sich langfristig bewähren und zu treuen Begleitern werden.
    Gepaart mit edelsten Zutaten hast Du hier ein Werk geschaffen, dass ich sehr bewundere und das für mich perfekt eine aufrichtige Liebe für seinen Vater ausdrückt.
    Für mich eines Deiner schönsten Messer!
    Beste Grüße,
    Rainer

    Hallo Rolf,
    Auch ich musste zuerst mal eine Deiner Lederscheiden in der Hand haben um sie ganz zu begreifen. Aber wenn man Deine Arbeiten mal nicht nur gesehen, sondern auch gespürt hat, dann erkennt man den ihnen eigenen Reiz. Und wird zum Bewunderer. Deine Werke haben eine ganz besondere Ausstrahlung - und ja, Deinen Stil erkennt man wirklich klar und überall.
    Über die handwerkliche Ausführung brauche ich mich sowieso nicht auslassen, das Leder patiniert wunderbar - und das alles Zusammen hat vor allem Eines: Charakter pur!
    Beste Grüße,
    Rainer

    Danke, Freunde, für die positiven Kommentare! :danke:


    Hallo Rolf, die Praxistauglichkeit konnte ich bis jetzt nur begrenz testen: ich habe im Vorgarten eine überfällige Föhre gefällt - das hat sehr gut funktioniert. Allerdings habe ich sie eher in genau den Anwendungsbereich optimiert, den Du ansprichst: die Schneide ist auf Null geschliffen, weil ich dieses Beil als scharfe Ergänzung zum Klappmesser gebaut habe - der Schwerpunkt liegt also auf belastbarer und robuster Schärfe und weniger auf grober Waldarbeit. Da sie mühelos rasiert, denke ich, dass sie unter kundigen Händen auch ein Wild zerwirken kann :)


    Hallo Enzio, klar auch mal "den Weg freiräumen" sollte sie schon können - ehrlich gesagt, habe ich dazu auch Lust, wenn ich sie in die Hand nehme: es gibt Momente, da will ich am liebsten gleich loshacken... :cheer:


    Gute Zusammenfassung, Erny! Ich habe im Vorfeld viel gelesen über Geometrie, Schneidelinie und WInkel bei den Beilen - und habe versucht das dann dementsprechend umzusetzen.
    Zum Wellenmuster... Das ist eigentlich ganz trivial: der O2 ist schon recht rostanfällig. Gerade weil die Schneide recht scharf ist, war mir wichtig diese zu polieren um dem Rost möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten. Ich wollte aber auch die Patina, die sich mit der Zeit bilden wird... Nur vorne gerade drüber zu polieren war mir zu langweilig - also habe ich eine Methode angewandt, die eigentlich verwendet wird um einen Hamon zu faken: man schneidet ein Stück Hartplastik in der gewünschten Form zu, dann ab and die wunderbaren Kork-Polierbänder, die ich vom Andy bekommen habe (1000er) und dann noch an die Schwabbelscheibe mit zuerst grobem, dann feinen Filz. Das Ergebnis gefällt mir optisch sehr gut aber lasse uns zuerst mal sehen, wie es sich in der Praxis bewährt.


    Klar, Dizzy, nehme ich sie mit B)


    Euch Allen beste Grüße,
    Rainer

    Hallo Christian!


    Zuerst mal Gratulation zu dem handwerklich sehr schön umgesetzten Projekt! Die Lederbörse sieht gerade geschlossen richtig flott aus: da fehlt dann nur mehr der Ferrari vor der Haustür im passenden Rot!
    Also Dein emotionaler Ansatz greift bei mir.
    Ich gebe Dir recht, dass das gute Stück sicher polarisiert - mir gefällt sie gut, wenn auch im geöffneten Zustand mir das Rot ein wenig laut rüberkommt - das mag aber auch am schwarzen Hintergrund liegen.
    Wieder einmal eine sehr schöne Arbeit von Dir!
    Beste Grüße,
    Rainer

    Hallo Freunde,
    anbei möchte ich Euch ein paar Bilder meiner letzten Arbeit zeigen.
    Es war ein völlig neues Thema für mich und eben meine erste Axt - damit auch eine gewisse Herausforderung (z.B. wie bekomme ich eine Fingermulde hinter den "Bart" der Axt geschliffen, bei 8mm purem Stahl), aber ein spannendes Projekt und das Beil wird jetzt meine "Fiskars" Axt am/im Rucksack ersetzen.
    Auch die Lederscheide zu bauen war nach langer "Lederabstinenz" wieder mal eine schöne Abwechslung.


    SHAKORI
    Outdooraxt aus O2, Bubinga Schalen mit Bronzeniten. Griff ausgebohrt und getapert. Schalen geklebt und zusätzlich vernitet.
    515g Gesamtgewicht mit dem Schwerpunkt zentral mittig auf Schneidenhöhe in der zweiten Fingermulde
    Länge 260mm mit 11mm Schneide
    Die Axt ist so ausgelegt, dass man damit hacken kann (klar... :) ) aber auch mal als Ersatz für ein Messer verwenden kann, zum Beispiel beim Zerwirken von groben Teilen. Dabei habe ich sie möglichst flach gehalten, so dass sie weder am/im Rucksack noch an der Hüfte aufträgt. Der Schwerpunkt ist mittig in den Kopf gelegt, so dass sie ordentlich "Zug" hat.


    Beste Grüße,
    Rainer























    Hallo,Stefan,
    Es ist nicht nur eine Freude, Deine fertigen Arbeiten zu sehen, sondern auch ein ganz besonderes Vergnügen die Details im Prozess der Entstehung zu genießen.
    So sind diese Bilder wie ein delikates hors d'oeuvre zu einem exquisiten Hauptgang...
    Beste Grüße,
    Rainer

    Hallo Freunde,
    Nachdem ich schon lange nichts gezeigt habe, hier mal eines meiner aktuellen Projekte: Aventurier (der Abenteurer)


    Obwohl es bei mir in der Firma nach einem Merger hoch hergeht (oder gerade deswegen?!? ;) ) bin ich in letzter Zeit abends besonders gerne in meiner Werkstatt. Das aktuelle Projekt geht mir seit über einem Jahr durch den Kopf....


    Es hat mit meinem ersten "vernünftigen" Messer zu tun: ich hatte gerade zu arbeiten begonnen, musste jeden Groschen zweimal umdrehen und mir lange überlegen, welches Messer ich mir leisten kann und will. Ein kleines immer-dabei Messer sollte es sein, für die Hosentasche und relativ widerstandsfähig.
    Gekauft habe ich mir dann ein Delica von Spyderco und weil der Händler nur eines mit Serrations hatte, eben dieses... Das Messer hat mich dann über Jahrzehnte begleitet, trotz der Serrations viel geschnitten und wird auch heute noch gerne genutzt:





    Tja und die Marke Spyderco und Sal Glesser haben für mich immer einen bestimmten Qualitätsanspruch, unkonventionelles und modernes Design bedeutet und Messermachen mit einem Anspruch der über das Geldverdienen hinaus geht. Es war also klar, dass ich irgendwann meine eigene Interpretation eines Spyderco bauen würde.


    Und so entstand der Entwurf für das "AVENTURIER" welches ich auch gleich mal als Backlock zeichnete. Es sollte möglichst simpel und funktionell sein (wenige Schrauben, wenige Teile - und nach Edwins Überzeugungsarbeit Bronzeliner und somit keine Washer...).
    Da das Thema Backlock für mich völlig neu ist, habe ich mich zuerst mal mit Edwin kurzgeschlossen und meinen Entwurf auf "Tauglichkeit" prüfen lassen - ich hatte mir nämlich vorgenommen, ein recht modernes Design und Demko-Pin mit diesem sehr klassischen Verschluss zu kombinieren und das war doch eine gewisse Herausforderung.
    Nach dem Placet mal die ersten Teile auf einer Montageplatte zusammengebaut und so lange angepasst, bis Alles sauber ineinander greift. Natürlich stand der Großmeister immer mit Kommentaren zur Seite!


    Offen schlägt die Klinge an einem Demko-Pin an, der Verschluss sitzt bombenfest




    Auch geschlossen liegt die Klinge an einem kleinen Pin, der zuverlässig verhindert, dass sie beim Einzug durch die Feder irgendwo anschlägt




    Und so sieht das Ganze mit den Bronzelinern aus:






    Obwohl das Messer nicht auf Maximierung der Griff/Klingenlänge ausgelegt ist, bietet es doch bei 0,5cm kürzerer Gesamtlänge eine um ebenfalls 0,5cm längere Schneide als das Delica:







    Demnächst wieder mehr...
    Beste Grüße,
    Rainer

    Hallo Freunde,
    Danke für Eure Rückmeldungen! Freu mich sehr, dass es Euch gefällt!
    Tja, leider wird es nicht mehr lange bei mir bleiben: wie Ihr vielleicht wisst, hatte mir Dietmar damals den Spriodamast und den Federdamast einfach geschenkt. Dann hat er noch mein Logo als Damast ausgeschmiedet und mir ein Stück zugeschickt... Naja, was soll ich sagen, mich hat das so beeindruckt, dass ich ihm versprochen habe, er kann sich eines der beiden STRONGBOWs aussuchen.
    Und er hat sich den Spiro ausgesucht.


    Rolf, ich wollte tatsächlich mit etwas Natürlichem arbeiten: fossilem Bisonknochen! Das hätte für mich perfekt zu dem Konzept gepasst, nur leider ist mir eine der Schalen gerade am falschen Platz zerbröselt (schlechte Stabilisierung). Und dann habe ich einfach eine andere Idee, die ich schon lange mal umsetzen wollte ausprobiert weil ich nichts Natürliches zur Hand hatte.
    Hat mich um mehrere Erfahrungen reicher gemacht und das Ergebnis gefällt mir.


    Euch Allen noch einen schönen Rest-Sonntag!
    Beste Grüße,
    Rainer

    Hallo Freunde!


    Nach längerer berufs- und ferienbedingter Messerabstinenz habe ich heute mal das zweite Strongbow (fast) fertig gemacht. Fast nur deshalb, weil noch das Logo fehlt, aber nachdem ich das nicht auf den Damast setzen will, muss ich mir noch etwas einfallen lassen.
    Aber das Messer ist jetzt herzeigbar und ich wollte das mal mit Euch teilen :)


    Grundsätzliches: es ist der Bruder vom Spirodamast Strongbow, ebenfalls aus Damast von Dietmar - nur habe ich hier mal probiert die spezielle Linie mit Holz zu kombinieren.
    Das Ergebnis mag ich persönlich sehr, es liegt vorzüglich in der Hand, ist dabei leicht und durch die starken Liner sehr stabil. Weil ich möglichst wenig Schrauben verwendet habe kommt auch das Holz ganz gut zur Wirkung denke ich. Das Nussbaumwurzelholz ist moderat stabilisiert, d.h. es fühlt sich noch 'richtig' an - ursprünglich hatte ich es poliert aber das war mir zu geleckt... jetzt bin ich nochmals mit 1000er Papier drübergegangen und jetzt ist es so für mich perfekt: weniger "Bling" aber dafür ein samtzarter Griff!


    STRONGBOW
    Gesamtlänge offen 185mm, geschlossen 105mm
    Kilnge 3,4mm Federdamast rostend (O1/N) 85mm
    Liner Titan G5 2mm
    Griffschalen stabilisierte Walnusswurzel
    Achse 4mm mit 6mm Bronze-Bushing und Bronze-Scheiben
    Achsbefestigung über eine Damastmutter, die in einem Titankragen liegt
    Linerlock, Zirkonox Detentball
    Gewicht: 90g









    Beste Grüße,
    Rainer

    Hallo Freunde,
    Für Alle, die gestern nicht beim MKM waren, möche ich kurz mein neuestes Messer vorstellen: den STRONGBOW.
    Entworfen habe ich das Messer letztes Jahr im Herbst in Irland. Die Landschaft, das Meer, die Menschen haben dieses Messer in meinem Kopf entstehen lassen.
    Aber es brauchte einen besonderen Anlass um es zu bauen: Dietmar gefiel mein SABLE NOIR so gut, dass er mir spontan anbot einen Spirograph Damast zu schmieden, wenn ich daraus einen Blaupfeil-Folder bauen würde.
    Gesagt, getan und bald bekam ich von ihm einen entsprechenden Damastbarren.
    Die besondere Herausforderung war für mich, dass ich unbedingt Backen verbauen wollte - die natürlich im Muster die Zeichnung der Klinge weiterführen müssen, das Stück dafür aber fast zu kurz war und es eine Menge Tüftelei und Arbeit am Flachschleifer bedurfte, bis Alles zsammenpasste.
    Die andere Herausforderung war das Griffmaterial: ursprünglich wollte ich ein Stück fossilen Bisonknochen verbauen. Der war aber ungenügend stabilisiert und zerbröselte mir beim Bearbeiten. Also habe ich gleich eine andere Idee umgesetzt, die mir schon lange durch den Kopf ging: Carbon so zu bearbeiten, dass es eine Optik und Haptik ähnlich wie Horn kriegen sollte.
    Das Ergebnis seht Ihr hier:
    18,5cm Länge, geschlossen 10,5
    Spiro-Damast aus 1.2842 und Ni8, 2,8mm stark
    Liner 2mm Titan G5
    Verdeckte Achse mit Bronzebushing und Bronzescheiben













    Beste Grüße,
    Rainer

    Hallo Christian!
    Das Teil ist seit gestern im Einsatz - und keiner will es mehr hergeben...


    Die Arbeit ist erstklassiges Handwerk, das Leder feinste Qualität, die Farbe am reifen und die Haptik fast erotisch...


    Falls Du keine besseren Fotos hast, muss ich noch ein paar machen: die Hülle sieht in Natura nochmals besser aus als auf Deinen ohnehin schon guten Bildern!


    Eine absolute Spitzenarbeit die auch in ihrer klaren Designsprache dem Fahrzeug entspricht und dabei die Brücke schlägt zum exquisiten Handwerk.
    :cheer:
    Rainer