Harpyie Bügel-Rahmen-Integral Kal. 295

    • Hallo Karl-Heinz,
      als ich vor vielen Jahren mit dem Virus der handgemachten Messer infiziert worden bin, habe ich den Kontakt zu Altmeister Richard Hehn gesucht. Er hatte mir damals in einigen Gesprächen seine Sicht zu seinem damaligen Lieblingsstahl (den meines Wissens nach nur er und wenn überhaupt, ganz wenige Messermacher verwendeten) erklärt.
      Meine damalige Wahl fiel auf einen Klapper mit CPM Klinge, der heute noch oft ein treuer Begleiter ist...nach ich schätze mal 30 Jahren!
      Danach habe ich 2 Messer aus CPM gemacht...Flacherl...es war die Hölle, Schleifbänder ohne Ende, stumpf nach kürzester Zeit, das Finish war tagelange Knochenarbeit, Bohrer Stumpf nach 2 Löchern usw. Ich habe immer überlegt, ob der Stahl schon gehärtet ist...
      ...und jetzt sehe ich hier eine Klinge aus der einmal eines der Messer werden soll, von denen ich träume. Und lese, dass du die Radien im Griffbereich erst nach dem Härten machst...Wowww!!! Was ich bis jetzt sehe verdient schon meinen allerhöchsten Respekt. Mal abgesehen von den sehr hohen Stahlkosten, der schwierigen Verarbeitung usw. sehe ich eine wunderschöne, wohlproportionierte, perfekt geschliffene Klinge. Meine Begeisterung für diesen WIP hast du geweckt mit nur einem Bild und ich freue mich darauf mitzulesen wie es weiter geht. Dafür schon mal vorab ein riesen :danke:

      Gruß Ralf...der Klingenschliff mit den Kanten und der Fehlschärfe ist traumhaft... und wie willst du in diese asymmetrische Griffbohrung noch passend Material hineinbekommen? Zauberei? :? Bestimmt! :)
      Nicht verzetteln, bleib beim Ursprünglichen....
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    • Hallo Ralf,
      zunächst bei dieser Gelegenheit noch vielen Dank für die Aufnahme im Forum. Bisher habe ich ein eigenes aktives Mitwirken in einem Forum vermieden. Nun will ich gerne ab und an einen kleinen Beitrag einbringen.

      Diesen CPM420V finde ich als echten Gebrauchsmesserstahl absolut okay. Ich selbst schätze primär die sehr hohe Resistenz gegen Kratzer etc. noch vor der extremen Schnitthaltigkeit. Aber gerade die Kratzerunempfindlichkeit bedeutet im Umkehrschluss ja leider auch, dass schon das Vorfinishen im noch ungehärteten Zustand eine ungemütliche Angelegenheit ist.

      Weil das so ist und auch das Handfinishen einigermaßen Spaß machen soll, präferiere ich für größere Messer Elmax-SuperClean. Der ist auch sehr gut, aber wesentlich kommoder zu bearbeiten. Für Messer, die eigentlich nur für die Vitrine gedacht sind, sollte man diesen Elmax nehmen.

      Wer das Messer tatsächlich hart und oft benutzen möchte, ist mit CPM420V sicher gut beraten. Meinen neuer Wanderbegleiter Harpagornis-Viator, der demnächst im dritten Anlauf endlich für mich entstehen soll, werde ich daraus machen.

      Dem bereits in den1980er Jahren von Richard Hehn und auch mir verwendeten verwendeten CPM T 440 V trauere ich ganz klar nach. Das war und ist in meinen Augen der ideale korrossionsbeständige Messerstahl: Gerade noch einigermaßen gut zu bearbeiten und auch zu finishen und zugleich sehr resistent gegen Kratzer und Stumpfwerden.

      Als ich vor 14 oder 15 Jahren zum erstenmal das hier im Forum von Wim vorgestellte Amurfalk Voll-Integral mit Oberflächen-Hirschhorn aus CPM420V machte, wollte ich zunächst auch verzweifeln. Man muss im wahrsten Wortsinne die Zähne zusammenbeißen und weiß am Abend definitiv, welchen Stahl man in der Mache hatte. So war es vorgestern auch wieder beim hier gezeigten WIP-Exemplar. Man freut sich richtig auf Elmax oder RWL :)

      Gruß Karl-Heinz
    • Hallo Karl Heinz,

      Danke für Deine ausführliche Beschreibung der Bearbeitung. Ich habe in Afrika auch CPM verarbeitet, damals noch direkt aus der USA bezogen. Was die Schnitthaltigkeit und Kratzfestigkeit angeht, kann ich Deine Aussage nur bestätigen, der Stahl hält härteste Beanspruchung aus, ohne merkliche Spuren zu bekommen.
      Dein hier vorgestelltes Messer ist von der Form her sehr schön und wird auch praxistauglich sein.
      Die Verarbeitung bis zum jetzigen Punkt ist schon super, wofür Deine Arbeiten aber auch bekannt sind.
      Ich bin schon sehr auf weitere Bilder von deinen Arbeiten gespannt.

      Gruß
      Rolf
      Das einzige Paradies, das Dir keiner nehmen kann, ist das Paradies in Deinen Erinnerungen.
      Trete nie in die Fußstapfen eines Anderen, sonst wirst Du nie eigene Spuren hinterlassen
    • Hallo Karl Heinz!
      Ich hatte letzthin bei meinem Freund Thomas im Saarland eines Deiner neuesten Messer in der Hand und muss unumwunden zugeben, dass es dort nichts,aber auch gar nichts daran zu bemängeln gab. Auch Deine Lederarbeit - sehr selten können Messermacher beides - ist von Perfektion geprägt....Jetzt kann ich verstehen, warum der Thomas mal seinem Jockl " fremdgegangen " ist.... :)

      Dizzy
    • Hallo Karl-Heinz,
      Vielen Dank für das Feedback, wir freuen uns auch dass du hier bist :smiliehappy Ich hatte mal Wim's Jagd EDC von dir in der Hand...ich weiß noch, dass es etliche Jahre im Einsatz war. Und als Jäger holt man ja sein Messer bekanntlich hart ran...man hat ihm fast nichts angesehen...ich dache es wäre neu :) ...

      Der Griff ist dabei regelrecht mit der Hand verschmolzen...und dieses Messer lässt auch jetzt schon sehr interessante Details auch im Griffbereich erkennen...

      Freue mich auf die weiteren Bilder...du darfst gerne auch fertige Messer hier zeigen wenn du möchtest...wir sehen die Seite ja als Präsentationsplattform mit Forumfunktion...

      Schöne Grüße

      Ralf
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    • Heute habe ich nach zwischenzeitlich erfolgter Wärmebehandlung die nächste Etappe bei diesem großen Freiaktivmodell gestartet:

      Der künftige Besitzer wünschte sich Carbon und so habe ich sehr vorsichtig mit Absaugung und Atemmaske die beiden Griffschalen mit Konus vorprofiliert. Die nächsten Schritte sind das behutsame Aufrauhen der Griffbügelinnenflächen mit Diamantfeilen, das penible Einpassen und dabei Absenken der Griffschalen und das Vergießen mit hochfestem Epoxidharz. Richtig freuen kann ich mich schon jetzt auf das daran anschließende Überarbeiten und Finishen nach vorherigem Laminieren der Carbon-Oberflächen. Dieses Laminieren mit einem speziellen Epoxidharz spendiere ich jedem Griffmaterial, egal ob Holz, Bein, Horn, fossile Materialien, Micarta und ganz besonders bei Carbon, weil ich keine offenen Poren bzw. Lunkerstellen mag.

    • Hallo Karlheinz,

      Ist das eine Detailarbeit...beeindruckend...da hätte ich etliche Chancen jeden Arbeitsschritt 5x zu machen und am Ende wäre doch nicht gut?...das Carbon sieht schon jetzt beeindruckend aus...

      Klasse und ich drücke dir ganz feste die Daumen, dass alles gut läuft.

      Gruß Ralf
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    • Hallo Karlheinz,

      sehr beeindruckend.
      Für mich als bekennender Naturmaterial Liebhaber, ist das einzig störende an dem Messer, die Carbon-griffschalen. Wenn ich mir selbige in Mamut oder Sambar vorstelle, wow.
      Tolle Arbeit

      Gruß
      Rolf
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    • Liebe Messerfreunde,

      zunächst danke für die positiven Kritiken :)

      Carbon hat sicher seine guten Eigenschaften. Aber die Bearbeitung und der dabei erforderliche Schutz vor Staub etc. ermuntern nicht zum schnellen Wiederholen. So bin ich zurzeit froh, dass das Einpassen gelungen ist und keine vorstehenden Kanten mehr vorhanden sind. > Foto

      Auch ich favorisiere natürliche Griffmaterialien und freue mich zurzeit auf mein eigenes Harpagornis-Viator, das ich mit Mammut-Oberflächen-Elfenbein in der Optik wie bestes Sambar-Hirschhorn bestücken möchte. Ich werde es in einigen Monaten hier vorstellen. Sonst bin ich ein ausgesprochener Fan von exzellentem Wüsteneisenholz. Dieses Holz hat mich noch nie enttäuscht und es wirkt immer gut.

      Rolf fragte nach dem Wollnashorn-Beinknochen. Damit hat Freund Wim hier im Forum bereits ein Messer von mir vorgestellt: (http://www.messer-leder-sammler.de/index.php/forum/wim-van-rossum/78-messer-von-karl-heinz-koob). Ein tolles Material, von dem man leider nur selten mal ein schön gezeichnetes Stück ergattern kann.
    • Hallo Karlheinz,

      auf das Messer mit den Mammutgriffschalen bin ich schon richtig gespannt. Das wird bestimmt ein besonderes Highligt. Das Elfenbein so ein zu arbeiten, dass die Oberflächenstruktur voll erhalten bleibt ist eine recht knifflige Sache.
      WEH ist natürlich auch ein Super Material, Elfenbein ob vom Mammut oder Elefanten gefällt mir aber besser.

      Gruß
      Rolf
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